
Töki Pompos, auch Langalló oder Kenyérlángos (Brotlángos) genannt, ist so etwas wie der rustikale Bruder des bekannten ungarischen Lángos: Statt in Öl ausgebacken wird der weiche Erdäpfel-Hefeteig im Ofen gebacken und herzhaft belegt. Klassisch kommen Sauerrahm, Knoblauch, Zwiebeln und geräucherter Speck darauf – einfach, deftig und richtig gut. Unser belegter ungarischer Ofenlángos gelingt auch ganz unkompliziert auf einem normalen Backblech und schmeckt frisch aus dem Ofen am besten.
Beachte, dass es wesentlichen sättigender als eine Pizza ist und daher 1 Backblech eigentlich für 4 Personen genügt!
Zutaten
(Für 1 Backblech – ca. 4 Portionen)
Teig
- 500 g Weizenmehl, idealerweise Type 700
- 250 g mehlige Erdäpfel, gekocht und geschält gewogen
- 25 g frischer Germ (oder ca. 7 g Trockenhefe)
- 100 ml Milch
- ca. 120 – 160 ml Erdäpfel-Kochwasser
- 1 TL Zucker
- 2 TL Salz
- 1 EL Schweineschmalz oder 1 EL Öl
Belag
- 250 g Sauerrahm (tejföl)
- 3 – 4 Knoblauchzehen
- Salz
- frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- 200 g Kolozsvári szalonna oder anderer geräucherter, durchzogener Speck
🌱 Für die vegetarische Variante: einfach den Speck durch Pilze, Kukuruz oder/und Paprika ersetzen! - 1 mittelgroße rote Zwiebel
- 150 g Käse, grob gerieben
Zubereitung
Die Erdäpfel in Salzwasser weich kochen. Etwas Kochwasser aufheben.
Erdäpfel sehr fein zerstampfen oder durch die Presse drücken und auf lauwarm abkühlen lassen.
Milch, Mehl, Erdäpfel, Germ, Salz und Schmalz vermengen. Zunächst etwa 120 ml lauwarmes Erdäpfelwasser zugeben und kneten.
Nur so viel zusätzliches Wasser verwenden, bis ein weicher, geschmeidiger und leicht klebriger Teig entsteht. Der Teig sollte viel weicher als ein Pizzateig sein!
Etwa 8–10 Minuten kneten, abdecken und ungefähr 60 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen deutlich vergrößert hat.
Der Belag
Rahm mit gepresstem Knoblauch und reichlich Pfeffer verrühren.
Beim Salz vorsichtig sein: Speck und Käse bringen bereits viel Salz mit.
Speck in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebeln halbieren und in dünne Halbringe schneiden.
Vorbacken…
Backofen samt Blech auf 220 °C Ober-/Unterhitze gut vorheizen.
Teig auf Backpapier mit leicht geölten Händen auf ungefähr 1–1,5 cm Dicke drücken. Der Teig soll deutlich dicker und brotiger als Pizza sein.
Mit einer Gabel mehrmals einstechen – ganz wichtig, da sich der Teig sonst „aufwölbt“ (ist mir beim ersten Versuch passiert).
Dann den Teig 8–10 Minuten ohne Belag vorbacken, bis die Oberfläche gerade beginnt fest zu werden, aber noch kaum Farbe hat.
…und fertigbacken
Dann herausnehmen und zügig Knoblauch-Rahm, Speck, Zwiebeln, Käse darauf verteilen.
Noch einmal ungefähr 12–18 Minuten bei 220 °C backen, bis der Rand kräftig goldbraun, der Boden durchgebacken und der Käse gebräunt ist.
Dann 5 Minuten warten.
Dann lässt er sich wesentlich schöner schneiden, der Rahm läuft nicht davon, der Boden bleibt aber noch heiß und weich.
Dazu würde ich eingelegte scharfe Paprika (almapaprika) oder einen säuerlichen Paradeisersalat servieren
Tipps
Lieber weicher Teig als zu viel Mehl.
Die Flüssigkeitsmenge kann je nach Erdäpfelsorte stark schwanken. Deshalb das Kochwasser nach und nach zugeben.
Blech mit vorheizen.
Das steht nicht durchgehend in den Rezepten, ist aber für den Haushaltsbackofen ein sinnvoller Pizza-/Brot-Trick. Den Brotlángos samt Backpapier auf das bereits heiße Blech ziehen.
Dadurch bekommt der Boden sofort Hitze.
Rahm nicht zu dünn machen.
Er soll als dicke Schicht auf dem Teig bleiben.
🌱 Vegetarische Variante
Auch vegetarisch schmeckt Töki Pompos hervorragend: Den Speck einfach durch Champignons, Paprika oder Kukuruz ersetzen. Besonders gut werden die Champignons, wenn man sie vorher kurz kräftig anbrät, damit sie beim Backen nicht zu viel Wasser abgeben. Eine Prise geräuchertes Paprikapulver sorgt zusätzlich für ein wenig vom rauchigen Charakter des Originals.
Übrigens, woher kommt’s?
Der Name Töki Pompos lässt sich sinngemäß als „Pompos aus Tök“ verstehen. Tök ist eine ungarische Gemeinde westlich von Budapest, die Endung -i bedeutet „aus Tök“ bzw. „Töker“. Pompos ist eine traditionelle Bezeichnung für einen im Ofen gebackenen Brotfladen. Es beschreibt ein Stück Teig, das beim Brotbacken vom Hauptteig „abgezwickt“ oder abgerissen und separat in der Glut gebacken wurde (wie ein Flammkuchen).
Das Gericht ist in Ungarn auch als Langalló, Kenyérlángos oder Kemencés Lángos bekannt – also als Lángos, der nicht in Öl frittiert, sondern im Ofen gebacken wird.
